Dienstag, 9. Dezember 2008

Das neue Leben - Misstrauen, Hindernisse und ein Scherbenhaufen

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8. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, KÜCHE, WOHNZIMMER - TAG


ETWAS SPÄTER.



Die Küche wirkt edel, ist mit modernen Einbauschränken und einer freistehende Arbeitstheke ausgestattet. Überall stehen Kartons. Die Küche führt zu einem angrenzenden Ess- und Wohnzimmer.

Elizabeth öffnet im Wohnzimmer eine Champagner-Flasche,...


PLOP!


... schaut besorgt zu Mira, die gerade von draußen kommt. Mira schleppt einen Karton, stellt ihn SCHEPPERND auf die Arbeitsplatte, schnauft erschöpft.

ELIZABETH
Kindchen. Weißt du wo Gläser sind?

MIRA
Nein. Ja.

Mira deutet auf einen Karton in der Küche, dann hält sie ihren Bauch. Albert steht unvermittelt hinter ihr.

ALBERT
(säuselt lächelnd)
In welchem, mein Schatz?

Mira erschrickt kurz, lächelt dann aber zu ihrem Vater, deutet spontan zu einem Karton.

MIRA
Guck mal in der!

Albert öffnet den Karton, sieht zerknäultes Zeitungspapier, nimmt ein Zeitungsknäuel, wickelt ein Glas aus dem Zeitungspapier, prüft das Glas gegen das Licht.

Elizabeth nähert sich mit der Champagner-Flasche der Theke, bleibt aber neugierig vor einem Regal stehen, schaut erstaunt...

ALBERT
Weißt du schon, wo das Kinderzimmer sein wird?

MIRA
Nein. Ich... das entscheiden wir spontan.

Albert LACHT. Elizabeth bestaunt eine Flasche alten Whiskey im Regal.

ELIZABETH
(zu Mira)
Exquisiter Geschmack.
(zu Albert)
Oder?

Mira schaut zu ihrer Mutter, dann zu ihrem Vater. Sie beginnt etwas in einer Handtasche zu suchen.

ELIZABETH
Schön, wenn man sich so was leisten kann.

Mira rollt die Augen.

MIRA
Mama!

ALBERT
Schatz, ich...

MIRA
Ja? Was kommt jetzt?

Mira sucht weiter in ihrer Handtasche.

ALBERT
Mutter und ich haben uns etwas überlegt...

Albert lächelt vielsagend, wickelt drei Gläser aus dem Zeitungspapier, stellt sie auf die Theke. Elizabeth schenkt Champagner ein, nimmt sofort ein Glas, hält es hoch, trinkt.

ELIZABETH
Auf uns.

MIRA
(zu Vater)
Was?

Albert schaut ernst, reicht Mira ein Glas Schampus. Auch Elizabeth schaut sehr ernst.

ALBERT
Wo ist Wolfgang denn?

ELIZABETH
Kindchen, es geht hier um viel Geld, wer weiß, ob ihr auch in drei, vier Jahren noch zusammen seid. Es ist zu deiner Sicherheit.

MIRA
Mama, nenn mich nicht "Kindchen".

Elizabeth reicht Albert ein Schriftstück, er legt es sorgfältig auf die Theke. Mira hört auf zu suchen.

ALBERT
Schatz, Mutter hat Recht. Es ist nur eine Formalität.

ELIZABETH
Was suchst du eigentlich die ganze Zeit, Kindchen? Das macht mich total nervös.

MIRA
Den Schlüssel für die Laube!

Mira sieht das Deckblatt des Schriftstückes.

Wir lesen: „EHEVERTRAG".

Mira schaut überrascht zu Elizabeth und zu Albert. Elizabeth grinst, hält einen Schlüssel hoch.



(TO BE CONT'D)




9. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, ARBEITSZIMMER, HAUSFLUR - TAG

Wolfgangs Arbeitszimmer ist jetzt voll gestellt mit den gammeligen Kartons. In einer Ecke steht der Lederkoffer. Die Glasplatte liegt schief auf den beiden Metallböcken. Wolfgangs Handy und eine glasgerahmte Fotografie von ihm und Mira stehen auf der Glasplatte.

An der Wand hängt ein Kalender. Der übermorgige Tag ist fett und rot eingekringelt und beschriftet: DEADLINE VERLAG.

Unter dem Kalender lehnt die Notebooktasche an der Wand. Wolfgang kniet unter der Glasplatte und versucht den verbogenen Metallbock provisorisch zu reparieren.

Das Handy KLINGELT.

Wolfgang versucht unter dem Tisch das Handy zu greifen, stößt sich den Kopf. Er krabbelt unter dem Tisch hervor, schnappt das Handy, sieht eine Nachricht von "WILLI", hört die Mailbox ab.

STIMME WILLI MAILBOX
Melde Dich, Junior, ich habe Neuigkeiten für Dich. Gute Neuigkeiten. Also melde Dich, am besten sofort!

Wolfgang fasst sich an die Brille, seufzt, steckt das Handy ein, dreht sich um und geht zur Tür...

Hinter seinem Rücken knickt der reparierte Metallbock unter der Last der Glasplatte allmählich wieder ein. Wolfgang bemerkt das nicht. Glasplatte und Foto beginnen zu rutschen...

... Wolfgang geht ein paar Meter in den Hausflur, hört GEDÄMPFTE STIMMEN, bleibt stehen und lauscht.

MIRA (O.S.)
Das soll ich unterschreiben?

ELIZABETH (O.S.)
Du UND dein zukünftiger Mann.

ALBERT (O.S.)
Schatz, das ist ein ganz normaler Vertrag zwischen Eheleuten. Wir haben auch einen Ehevertrag gemacht. Sieh es mal so, eine Ehe ist wie eine Wette, in der man viel gewinnen, aber auch viel verlieren kann. Und bei dieser Wette kannst nur Du verlieren.

ELIZABETH (O.S.)
Was wolltest Du eigentlich in der Laube?



(TO BE CONT'D)



10. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, KÜCHE, WOHNZIMMER - TAG

Mira mustert ihren Vater durchdringend und stirnrunzelnd.

MIRA
Unsinn! Habt ihr nicht.

Mira nimmt den Lauben-Schlüssel von Elizabeth. Die schaut süffisant zu Mira. Albert schaut angespannt zu Mira.

ALBERT
Okay, haben wir nicht. Du hast Recht. Aber die Zeiten sind anders, mein Schatz.

Elizabeth unterbricht das Gespräch ungeduldig.

ELIZABETH
Kindchen, ihr unterschreibt beide den Vertrag, Ende der Diskussion!




11. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, ARBEITSZIMMER, HAUSFLUR - TAG

ELIZABETH (O.S.)
So und jetzt hätte ich gerne einen Drink. Frag mal Wolfgang, ob er auch einen will. Wo ist er denn eigentlich?

Wolfgang lauscht, schüttelt amüsiert den Kopf, geht zurück, sieht, dass die Glasplatte gleich auf den Boden kracht. Er stürzt sich auf die Glasplatte, hält die Platte, bevor sie auf den Boden kracht. Wolfgang verletzt sich dabei am Kopf (Platzwunde), blutet, beißt aber die Zähne zusammen.

WOLFGANG
Fuck!

Das gerahmte Foto (Mira und Wolfgang) KRACHT AUF DEN BODEN, DAS GLAS ZERSPRINGT. Glasscherben bleiben vor der Notebook-Tasche liegen.




ABBLENDE





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