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95. INNEN - LAUBE - TAG
DAS SURREN UND eines ankommenden Faxes...
Das defekte Notebook steht zugeklappt auf dem Tisch, daneben Willis Zettel mit Manfreds Adresse, das Diktiergerät und ein Stadtplan. Das Notizbuch ist auf der Seite mit der Grundriss-Zeichnung des Bootes aufgeschlagen. Das Anker-Austrittsloch ist markiert!
Auf dem Tisch liegen Bücher über Boote, wir sehen Grundrisse von Booten. Es wird deutlich, daß an der Stelle, wo die Markierung auf der Zeichnung ist, immer ein Anker angebracht ist.
Wolfgang trägt Vaters Lederjacke. Er kann offensichtlich nichts mit der Zeichnung und mit den Boots-Grundrissen anfangen. Neben dem Tisch steht eine gepackte Reisetasche. Wolfgang schenkt sich einen Schluck Whiskey ein, trinkt. Das Fax ist zur Hälfte angekommen.
VORABFAX
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Die Tür geht auf. Als Wolfgang im Spiegel Mira an der Tür erkennt, versteckt er schnell das Glas und die Flasche. Sobald Mira die Laube betritt, herrscht eine angespannte Atmosphäre. Wolfgang fixiert Mira. Mira ist erstaunt, als sie die gepackte Tasche sieht. In ihrer Hand hält sie das Foto, das sie von ihren Eltern mitgenommen hat.
MIRA
Wo gehst Du hin?
Mira geht weiter in die Laube hinein, sie geht ganz vorsichtig, fixiert Wolfgang.
WOLFGANG
Ich muss weg, geschäftlich.
MIRA
Geschäftlich, hm.
WOLFGANG
Ja.
Mira sieht, dass ein Anruf auf dem Anrufbeantworter ist. Das Fax ist vollständig angekommen. Wolfgang sieht, dass Mira das sieht. Es herrscht eine Atmosphäre des Misstrauens zwischen den beiden.
MIRA
Wie lange bist Du weg?
WOLFGANG
Eins, zwei Tage.
MIRA
Und der Verlag?
WOLFGANG
Projekt ist abgeschickt. Fertig, warte jetzt auf Feedback.
Mira mustert Wolfgang argwöhnisch.
MIRA
Wir müssen...
WOLFGANG
Der Verlag will ein Buch über Boote mit mir machen. Du siehst, es läuft.
MIRA
Über Boote?
WOLFGANG
Ja. Ich... ich soll mir welche angucken. Neues Projekt. Der Verlag übernimmt die Recherchekosten, Reise, Unterkunft, alles.
MIRA
Toll.
Mira steht vor dem Deko-Netz, vor der Stelle, wo die Kiste in den Boden gelassen ist. Sie bleibt stehen. Wolfgang lässt sich nichts anmerken.
MIRA
Ich... ich muss mit Dir reden.
Mira sieht zum Notebook.
MIRA
Musst Du nicht den Rechner mitnehmen?
WOLFGANG
Den Rechner? Ja, stimmt.
Wolfgang steckt das Notebook in die Notebook-Tasche. Dann schnappt er sich den Zettel mit Manfreds Adresse und den Stadtplan. Argwöhnisch beäugt er Mira.
WOLFGANG
Spionierst Du mir hinterher?
MIRA
Was?
WOLFGANG
Du beobachtest mich, meinst Du, ich merke das nicht?
Mira schluckt. Sie hält das Foto in der Hand verkrampft fest, verknickt es vor Anspannung. Sie entdeckt die fast leere Whiskeyflasche.
MIRA
Ich... beobachte Dich nicht.
Wolfgang löscht den Anrufbeantworter, dann überfliegt er das Fax, steckt es ein. Mira lässt das Foto in der Jacke verschwinden. Wolfgang fixiert Mira, fasst sich an den Brillenbügel.
WOLFGANG
Du lügst. Was hast Du da für ein Foto in der Hand. Zeig's mir!
Mira schaut schockiert, beißt sich krampfhaft auf die Lippen. Eine Träne rollt über ihre Wange.
ABBLENDE
96. INNEN - AUTO, STRAßE VOR HAUS MIRA/WOLFGANG - ABEND
Wolfgang sitzt im Familienkombi, der Motor läuft. Es schüttet wie aus Kübeln. Der Zettel mit der Adresse liegt auf dem Beifahrersitz. Er schaut noch einmal zum Haus, gibt dann Gas.
97. AUßEN - VOR LAUBE - ABEND
Es schüttet in Strömen. Ein neues Vorhängeschloss sichert die Laube.
98. INNEN - AUTO, AUTOBAHN - ABEND
Es schüttet immer noch. Wolfgang rast über die Autobahn, sein Blick ist entschlossen, kühl, berechnend.
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