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109. INNEN - AUTO, GROßSTADT - NACHT
Wolfgang fährt durch eine heruntergekommene Straße, schaut einmal auf den Stadtplan, parkt. Er blickt zu einem heruntergekommenen Haus, vergleicht die Adresse mit Willis Zettel. Es ist das Haus, das Willi in seinem Büro per Video observiert.
110. AUßEN - VOR HERUNTERGEKOMMENEN HAUS - NACHT
Wolfgang sucht am Klingelkasten nach einem Namen, findet ihn nicht. Er geht zu den Briefkästen, findet „BERKOWSKI".
111. INNEN - HERUNTERGEKOMMENES TREPPENHAUS - NACHT
Wolfgang steht vor einer Wohnungstür. Er klingelt, aber die Klingel ist offenbar kaputt, kein Ton. Wolfgang horcht an der Tür,... hört nichts. Die Tür springt plötzlich auf. Wolfgang erschrickt, sieht, dass das Schloss aufgebrochen ist. Wolfgang schaut sich vorsichtig um, vergewissert sich, nicht gesehen zu werden, geht in die Wohnung, schließt die Tür hinter sich,...
... die Tür geht wieder einen Spalt auf.
112. INNEN - WOHNUNG MANFRED BERKOWSKI - NACHT
Gerümpel, Regalbretter, Werkzeug, Bücher liegen chaotisch im Flur. Die Tür des Garderobenschrankes ist offen, die Klamotten sind herausgerissen. Alles sieht wie nach einem Einbruch aus!
Wolfgang wandert sprachlos und neugierig in die Küche. Dreckiges Geschirr stapelt sich in einem versifften Waschbecken, Schubladen sind herausgerissen.
Wolfgang geht ins Wohnzimmer. Auch hier sind Schubladen herausgerissen, Regale umgestürzt. Er registriert die beiden leeren Schnapsflaschen auf dem Tisch, rümpft die Nase.
Wolfgang erschreckt...
Er sieht Manfred, der auf einem Stuhl kauert, halb bewusstlos, gefesselt, aus der Nase blutend, eine Platzwunde am Kopf, der Unterarm bandagiert. Manfred trägt eine Trainingshose und hält sich ein blutrotes Taschentuch an das Ohr. Als Manfred kurz blinzelt und erkennt, wer vor ihm steht, reißt er die Augen ungläubig auf.
Auffallend ist die Ähnlichkeit zwischen Wolfgang und Manfred. Wolfgang starrt verblüfft seinen Vater an, fasst sich an die Brille, nähert sich ihm, sieht das blutgetränkte Taschentuch, wendet sich angeekelt ab.
WOLFGANG
Fuck!
Wolfgang holt das Diktiergerät aus der Tasche und hält es vor Manfreds Gesicht.
WOLFGANG
Kennst Du das noch!?
Manfred schaut kraftlos das Diktiergerät an. Wolfgang startet das Diktiergerät.
MANFREDS STIMME DIKTIERGERÄT
(sehr zerfahren)
... 18. Juni, 1977. Ich hatte heute ein paar Gedanken... Nein, 19. Juni. Heute ist schon der 19. Juni...
Wolfgang spult vor.
MANFREDS STIMME DIKTIERGERÄT (WEITER)
... Hilde absagen, Wolfgang kann nicht kommen... Nur vorübergehend... Wirklich... Bis die Sache durchgezogen ist...
Wolfgang drückt „Stop".
WOLFGANG
Erinnerst Du Dich? Nachdem Du mir das Ding gegeben hast, haben wir uns nie wieder gesehen. Was war das für eine „Sache"?
Manfred schüttelt den Kopf.
MANFRED
Das ist...
WOLFGANG
Was? Ich hör Dich schlecht!
Wolfgang geht um Manfred herum, mustert ihn immer wieder mit einer Spur Neugier und Verachtung. Wolfgang macht eine allgemeine Kopfbewegung Richtung Zimmer.
WOLFGANG
Waren das Freunde von Dir?
Manfred starrt ins Leere.
WOLFGANG
Was haben die gesucht?
Manfred schweigt.
WOLFGANG
Was ist? Was haben die gesucht?
Manfred röchelt etwas. Wolfgang holt aus der Jacke das vergilbte Notizbuch, hält es vor Manfreds Gesicht.
WOLFGANG
Warum wolltest Du, daß ich das kriege?
Manfred sieht das Notizbuch, ist alarmiert. Er will etwas sagen, röchelt.
WOLFGANG
Was steht da drin, was ich wissen soll? Hat es etwas mit einem Boot zu tun?
Manfred verliert immer wieder kurz das Bewusstsein.
WOLFGANG
Willst Du nicht mit mir reden? Auch gut. Dann kommen wir gleich zur Sache. Du gibst mir Opas Erbschaft und dann sind wir quitt. Und Scheiß auf das Buch!
Wolfgang reißt demonstrativ ein paar Seiten aus dem Buch, zerknüllt sie. Dann schmeißt er das restliche Buch wütend gegen die Wand.
Manfred schaut mit gequältem Gesicht zu Wolfgang. Sein Gesicht verwandelt sich in ein LACHEN.
Wolfgang ist verblüfft und genervt.
WOLFGANG
Hör auf!
MANFRED
(röchelnd, mit letzter Kraft)
Deine Mutter...
WOLFGANG
Lass Mutter aus deinen blöden Spielchen!
MANFRED LACHT IMMER LAUTER.
WOLFGANG
Du sollst aufhören!
Wolfgang sieht seinen Vater an, dann schaut er auf seine Hand, ballt sie zur Faust und schlägt Manfred ins Gesicht. Wolfgang zieht die Hand reflexartig zurück, SCHREIT VOR SCHMERZ. Manfred verliert das Bewusstsein.
WOLFGANG
Du sollst aufhören!
Wolfgang atmet durch, schaut sich seine blutigen Fingerknöchel an.
WOLFGANG
Fuck!
Wolfgang sieht gequält zu seinem Vater, holt sein Handy, wählt, auf dem Handydisplay erscheint: "WILLI". Während Wolfgang DEN ANRUFTON hört, sieht er die helle Stelle an der Tapete. Wolfgang fixiert die Stelle neugierig, fasst sich an die Brille.
ABBLENDE
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Dienstag, 9. Dezember 2008
Erstes Treffen mit Vater - Konfrontation
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