Montag, 8. Dezember 2008

Wolfgang kommt der Wahrheit noch näher - und der Hölle

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130. INNEN - MANFREDS WOHNUNG - SPÄTER ABEND

Wolfgang geht ins Badezimmer, wäscht und rasiert sich so wie zuletzt sein Vater rasiert war. Dann zieht er Klamotten seines Vaters an. Wolfgang sieht seinem Vater jetzt noch ähnlicher. Frustriert schaut er in das Wohnzimmer.

WOLFGANG
Ich Idiot!

Er holt das Notizbuch aus der Jacke heraus und schlägt die Seite mit der Zahlenkombination auf.

Wir lesen: 6844542

WOLFGANG
6, 8, 4, und 4, 5, 4, 2. 6844542. Das ist ein Zahlencode. Aber für was?

Wolfgang schlägt die Notizbuchseite mit der Bootsskizze auf.

WOLFGANG
Für was?

Wolfgang fixiert die helle Tapetenstelle, grübelt, kann sich aber keinen Reim auf die Stelle machen.

FLASH WOLFGANG: Die letzten Worte seines Vaters: "fahr zu Mutter... mein Sohn..."

ABBLENDE



131. AUßEN - STRAßE VOR HAUS HILDEGARD - SPÄTER ABEND


Wolfgang hält, schaut zu dem Haufen Handtücher vor der Rückbank, steigt nervös aus.


132. INNEN - HAUS HILDEGARD, WOHNZIMMER - SPÄTER ABEND

Wolfgang nähert sich seiner Mutter von hinten. Hildegard sitzt im Sessel vor dem Fernseher. Sie klammert sich an ein Glas, trinkt.

WOLFGANG
Hallo Mama. Du hast das Klingeln nicht gehört. Ich...

Hildegard dreht sich erschrocken um. Als sie Wolfgang sieht, fängt sie an, PANISCH ZU SCHREIEN. Sie steht auf, richtet den Rührstab wie eine Waffe gegen Wolfgang. Sie drückt den Knopf, die Rührstabklinge ROTIERT, sie bedroht damit Wolfgang. Wolfgang ist verwirrt, hilflos, zuckt zurück.

WOLFGANG
Mama, ich bin's!

Hildegard SCHREIT, Wolfgang nähert sich ihr vorsichtig. Sie weicht schreiend zurück, fuchtelt mit dem Rührstab herum.

HILDEGARD
Bleib stehen!

WOLFGANG
Ich will Dir nichts tun. Bitte! Vertraue mir!

Hildegard hört auf zu schreien.

WOLFGANG
Bitte mach das Ding aus!

Hilde ignoriert den Befehl.

HILDEGARD
Was willst Du von mir? Ich hab das Buch Wolfgang gegeben, wie Du es wolltest!

Wolfgang stutzt, begreift, daß seine Mutter ihn für Manfred hält.

WOLFGANG
Mama, ich bin's, Wolfgang, dein Sohn. Bitte mach das Ding aus! Du musst mir helfen.

Hildegard mustert Wolfgang, sie greift ihn an, Wolfgang duckt sich reflexartig. Der Stecker reißt aus der Steckdose. Der Rührstab ist aus. Hildegard zittert.

WOLFGANG
Vater ist... tot. Ich... Was ist passiert?

Hildegard schenkt sich zitternd einen Drink ein, hat dabei immer ihren Rührstab in der Nähe.

HILDEGARD
Da waren diese Leute da.

WOLFGANG
Welche Leute? Wer war da?

HILDEGARD
Diese Freunde von deinem Vater.

WOLFGANG
Wer?

HILDEGARD
Diese Leute, wegen denen dein Vater ins Gefängnis musste. Die ihn verpfiffen haben.

WOLFGANG
Du wusstest also, dass er im Gefängnis war?

HILDEGARD
Zuerst der, mit der Zigarre.

Hildegard trinkt.

WOLFGANG
Zacharias! Wer noch?

HILDEGARD
Eine Stunde später kam der mit den Silberhaaren.

WOLFGANG
Willi.

HILDEGARD
Die haben sich überhaupt nicht verändert. Wie früher.

WOLFGANG
Was wollten die hier von Dir?

Wolfgang hebt das Notizbuch hoch.

WOLFGANG
Wollten die das?

Hildegard nickt und trinkt. Sie bietet Wolfgang auch einen Drink an. Wolfgang mustert seine Mutter, fixiert die Flasche, - und schüttelt den Kopf.

WOLFGANG
Was hast Du denen gesagt?

Hildegard heult verzweifelt.

HILDEGARD
Ich... ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich... Sie haben mich...

Wolfgang nimmt seine Mutter versöhnlich in den Arm.

WOLFGANG
Schon gut... schon gut, Mama.

Wolfgang löst die Umarmung, steckt das Notizbuch ein. Hildegard mustert ihren Sohn, schluchzend.

HILDEGARD
Ich... wollte Dich nie... in seine Geschichten reinziehen. ... Ich wollte Dich... immer beschützen.

Hilde geht zu einem Schrank, zieht eine Schublade heraus, holt aus einem Geheimfach die beiden Dokumente (Nachlassliste und Erbschein), die Nachricht von Manfred und das Foto mit dem Kutter heraus. Sie gibt alles Wolfgang. Wolfgang liest die Dokumente aus denen die Anlegestelle des Bootes hervorgeht und die Nachricht.

BITTE GIB DAS ALLES WOLFGANG. SAG IHM, DAß ICH MICH MIT IHM TREFFEN WILL. LEIDER KENNE ICH SEINE ADRESSE NICHT. BITTE SPRICH MIT NIEMANDEM DARÜBER. MB


Hilde schluchzt. Wolfgang mustert seine Mutter, alarmiert.


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