Dienstag, 9. Dezember 2008

Was steht in dem Notizbuch?

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61. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, SCHLAFZIMMER - NACHT


DUMPFES KLINGELN...


Der Mond scheint blauweiß durch die Gardinen. Wolfgang liest in dem Notizbuch, hört aber auch das KLINGELN...

Neben Wolfgang liegt Mira, schlafend.

Wolfgang steht leise auf, legt das Notizbuch leise auf den Nachtschrank und schleicht aus dem Schlafzimmer.

Mira macht die Augen auf. Sie hat sich nur schlafend gestellt. Mira fixiert das Notizbuch auf dem Nachtschrank, traurig, nachdenklich.


DUMPFES KLINGELN...




62. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, ARBEITSZIMMER WOLFGANG - NACHT

Wolfgang mit Telefonhörer in der Hand, flüstert...

WOLFGANG
Weißt du wie spät es ist? ... Was?

Wolfgang geht nervös zum Fenster, schaut suchend hinaus, versucht etwas zu erkennen.

WOLFGANG
Was willst du jetzt hier?

Wolfgang sieht Willi im Garten neben der Laube stehen, Willi winkt Wolfgang mit dem Handy zu.

WILLI (HANDY)
Junior, warum hast du mir nicht gesagt, dass sein Vater gestorben ist?

WOLFGANG
Das weiß ich auch erst seit heute!

Eine Wolke schiebt sich vor den Mond. Willi verschwindet im Schatten.

WILLI (HANDY)
Wir müssen unseren schönen Plan... etwas... verändern.

Wolfgang starrt angestrengt nach unten. In der Dunkelheit ist kaum etwas zu sehen, bis der Mond wieder hinter einer Wolke auftaucht. Willi winkt Wolfgang zu. Das Mondlicht lässt Willi surreal und gespenstisch erscheinen.

WOLFGANG
Das geht jetzt nicht!




63. INNEN - LAUBE - NACHT

Eine Fackel flackert und gibt gespenstisches Licht. Willi sitzt in einer Ecke der Laube auf einem Gartensessel. Neben ihm steht ein Tischchen und darauf ein Glas Milch. Willi fummelt ein Tütchen aus der Jacke und schüttet wieder braunes Pulver in die Milch. Wolfgang sucht etwas in der Laube.

WILLI
Das ist der beste Kakao, den es gibt und ich habe in meinem Leben schon viele Kakaosorten probiert. Willst du jetzt mal probieren?

Wolfgang schaut verdutzt, schüttelt den Kopf.

WOLFGANG
Nein.

WILLI
Der ist aber wirklich sehr gut, Junior.

Wolfgang entdeckt hinter einem Regal eine Steckdose. Er steckt den Stecker einer Baulampe in die Steckdose. Sofort erstrahlt die Laube in grellem Licht. Willi und Wolfgang halten sich die Augen zu. Wolfgang dreht die Baulampe zur Wand, stellt sie in eine Ecke, um das Licht zu dämmen.

Wir sehen in einem Regal ein großes, schwarzes Deko-Netz.

WOLFGANG
Nein. Wie gehen wir jetzt vor?

Willi trinkt den Kakao in einem Zug aus, lässt dabei Wolfgang nicht aus den Augen. Dann holt Willi ein Büchlein aus der Tasche und legt es auf den Tisch. Als Wolfgang das Büchlein sieht, ist er überrascht.

WILLI
Ich wollte mal einen „Berkowski" lesen.

Das Buch ist ein Ratgeber-Buch mit dem Titel:


„WIE DER VATER DIE ERSTEN DREI JAHRE SEINES KINDES PRÄGT"



WOLFGANG
Du bist doch nicht deswegen gekommen?

WILLI
Das nenne ich Ironie. Wie lange schreibt man denn an so was?

WOLFGANG
Ein Jahr. Ungefähr.

WILLI
Ein Jahr, hmhm. - Weißt du schon wann die Beerdigung ist?

WOLFGANG
Nein. Was ist dein Plan?

WILLI
Auf der Beerdigung schnappen wir uns deinen Vater.

Willi sieht beschwörend zu Wolfgang.

WOLFGANG
Warum bist Du Dir so sicher, daß er kommt? Meine Mutter glaubt das auch.

WILLI
Weil er seinen Vater geliebt hat.

Wolfgang stutzt, nickt dann verstehend. Willi sieht das Diktiergerät auf dem Tisch.

WILLI
Und willst Du es mir jetzt nicht endlich vorspielen? Der Zeitpunkt ist gut.

Wolfgang sieht zum Diktiergerät, mustert Willi.

WOLFGANG
Das nächste Mal. Ich bin zu müde.

Willi nickt verständnisvoll, lässt dann seinen Blick durch die Laube schweifen.

WILLI
Gut. Noch etwas Junior, warum machst Du denn nicht das hier zu deinem Büro? Hier kannst Du ungestört arbeiten, wenn Du mich fragst. Wolltest Du nicht einen Roman schreiben? Hier hast Du Ruhe. Hier kannst Du über alles nachdenken, auch über deinen Vater.

Wolfgang fasst sich verblüfft an die Brille, schaut sich unsicher die Laube an. Willi beobachtet Wolfgang, grinst.





64. INNEN - HAUS MIRA/WOLFGANG, SCHLAFZIMMER - NACHT


Durch das Fenster ist die Laube zu sehen. Aus allen Ritzen und durch die Fenster strahlt grelles Licht. Mira blättert neugierig durch das Notizbuch, stößt beim Blättern auf eine auffällige Zahlenkombination: 6844542.

Die Zahlen sind frisch geschrieben, im Gegensatz zu allen anderen Notizen, Zeichnungen, Skizzen von Booten und Bootsgrundrissen. Wir erkennen die Zahlenkombination von Manfreds Tätowierung
her wieder.



ABBLENDE




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